Internationale Aktionswoche 2021: 9.März bis 26. April!

Die Aktionswochen

Seit 2010 ist dieses Format mit seinen jährlichen Veranstaltungen rund um die Jahrestage der Katastrophen ein wichtiger Bestandteil des Bildungsangebotes der Heinrich-Böll-Stiftung in Schleswig-Holstein. Verteilt über Schleswig-Holstein finden in diesen Tagen zahlreiche Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen statt.

Unsere Bandbreite reicht von Schulbesuchen und Diskussionsrunden im öffentlichen Raum bis zu Ausstellungen von Künstler*innen  oder Filmvorführungen.

Begleitet werden die Veranstaltungen dabei von Zeitzeug*innen, Expert*innen und betroffenen Menschen  aus den Ländern Belarus, Japan & Ukraine. Eine besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei die Liquidator*innen die bei den Aufräumarbeiten der Katastrophen vor Ort waren.

Ein wichtiger Bereich in den internationalen Aktionswochen ist die Arbeit an den Schulen.

Gemeinsam mit Schulen in Schleswig-Holstein veranstalten wir in diesen Aktionswochen Thementage mit  Formaten für und vor allem mit den Schüler*innen.

Die Themenschwerpunkte sind dabei nicht ausschließlich die Katastrophen und deren Folgen in Tschernobyl und Fukushima, sondern es geht auch um die daraus folgenden Herausforderungen an die Gesellschaft. Eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima bedeutet auch die Frage nach einem nachhaltigen Umgang mit den Energieressourcen bis hin zu Fragen von Bürger*innenbeteiligung bei neuen Energiekonzepten; kurzgesagt die  Zukunftsperspektive.

Unser Ziel ist es, einen Anstoß zur Gestaltung einer menschen- und umweltfreundlichen Zukunft zu geben und aus den Fehlern der Vergangenheit Lehren zu ziehen. Wir sehen es als eine Pflicht, dem Vergessen entgegenzuwirken und politische Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Seit 2016 organisiert die Heinrich Böll Stiftung SH mit den jeweiligen Kooperationspartner*innen internationale Aktionswochen  jährlich in Belarus, der Ukraine und Japan. 

2021...

wird alles ein bisschen anders, aber trotzdem schön! Wir setzen auf digital und outdoor. Geplant sind Online-Veranstaltungen und Ausstellungen im Freien. Groß nachgeholt wird im Herbst, dann hoffentlich in Präsenz.

Aufgrund der Pandemie mussten die schon geplanten Veranstaltungen im Jahr 2020 und 2021 in den anderen Ländern abgesagt werden. Derzeit wird an einer digitalen Einbindung der Partnerorganisationen gearbeitet.

Tschernobyl

Im April 1986 kam es im Atomkraftwerk von Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Zwei Explosionen zerstörten einen der vier Reaktorblöcke und schleuderten radioaktives Material in die Atmosphäre, das weite Teile Russlands, Belarus und der Ukraine verseuchte. Die Katastrophe bedeutete einen tiefen Einschnitt in die Leben tausender Menschen. Familien mussten ihre Heimat verlassen, manche wurden getrennt. Viele erkrankten schwer oder verstarben an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung. Auch einige Generationen später leiden Kinder und Erwachsene in den betroffenen Regionen vermehrt an Krankheiten wie Krebs, Schlaganfällen oder Gelenkerkrankungen.

Fukushima

Am 11. März 2011 ereignete sich vor Japan eines der stärksten jemals gemessenen Erdbeben. Durch das Erdbeben und den Tsunami kollabierten mehrere Kühlsysteme im japanischen Atomkraftwerk Fukushima. Mehr als 120.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. 1,1 Millionen Kubikmeter verseuchtes Wasser, dass für die Kühlung der Reaktoren verwendet wurde, soll nun im Pazifik entsorgt werden. Das Ausmaß der atomaren Verstrahlung ist bis heute nicht abzuschätzen. Die Krebsrate bei Jugendlichen aus der Region ist einer Untersuchung zufolge 30 Mal höher als im Rest Japans. 

#NOlympics

2021,10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima, ist die Strahlungsbelastung von Cäsium 137 (Halbwertszeit: 30 Jahre) nur auf 80 Prozent verringert und der „atomare Notfallzustand“ noch immer in Kraft.  Im September 2013, zweieinhalb Jahre nach der Fukushima-Katastrophe, konnte Premierminister Abe Shinzo die Olympischen Spiele nach Tokio holen, die Situation sei angeblich „unter Kontrolle“ . Die Sorge über die Verbreitung von Covid-19 hat zur Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf das nächste Jahr geführt. Viele einheimische Kritiker*innen betrachteten die Olympischen Spiele als Schachzug, um von der Reaktorkatastrophe abzulenken

Ein Projekt der HBS SH